Die Aufarbeitung einer Kindheit, die keine war!

Schulanfang
1958

Das Leben eine Wundertüte:

Mein Gott, was ich in meinem Leben mitgemacht und mitmachen werde, hätte ich so nicht für möglich gehalten.

Ich bin jetzt 67 Jahre und ganz stolz, das ich es bis hier geschafft/ überlebt habe.

1952 fing die ganze „Kacke“ an, ich wurde auf einer Couch im Saarländischen Sulzbach/Altenwald geboren oder besser in dieses Drama geworfen.

Im Alter von 4 Jahren wurde ich aus den unerträglichen sozialen Verhältnissen bei meiner Mutter  und dem damaligen Stiefvater herausgenommen und von der Hebamme,die mich auf die Welt brachte zur Pflege aufgenommen.

Bei der Hebamme lebten damals schon meine Tante Renate und mein Opa Victor mit seiner Frau.

Meine Pflegemutter,ich sprach sie mit Tante Lisbeth an, war noch immer eine patriotische Anhängerin des Dritten Reiches, entsprechend waren auch Ihre Erziehungsmethoden.

Sie hat mir sehr viel beigebracht, sie war sehr belesen und sehr intelligent. Auf jeden Fall habe ich hier mehr fürs Leben mitbekommen als dies bei meiner Mutter möglich gewesen wäre.

Die hatte mittlerweile ihren dritten Mann, und wohnte in einer Siedlung die nicht gut angesehen war. Heute würde man sagen, die wohnen in einem einem asozialen Milieu.

In dieser Siedlung waren die Männer meist handgreiflich gegen Ihre Familien und der Alkohol spielte eine große Rolle.

Das wurde mir erspart, aber es war nicht viel besser.

Tante Lisbeth hatte strenge Regeln, die sie auch mit Hilfe von „Thomas“ durchsetzte. Thomas war ein Gummiknüppel und der wartete in der Küche, auf dem Schrank, auf seinen „Einsatz“.

Mein Gott hatte ich Angst vor diesem Teil,es tat auch sehr weh.

Da waren die Kochlöffel und Kleiderbügel,die auf mir zerschlagen wurden, nichts dagegen.

Bei Tante Lisbeth wurde ich gehalten wie ein Mädchen, ich musste putzen,Geschirrspülen, den Küchenboden wachsen und polieren /bohnern.

Dann kam ja auch die Schule dazu, dieses Kapitel ist eigentlich einen eigenen Blog wert.

Meine Tante Renate war zwischenzeitlich verheiratet und bekam 2 Kinder. Alle wohnten unter einem Dach.

Alfred hieß der Mensch. Für mich begann eine Zeit mir sehr viel Arbeit.Im Alter von 7-8 Jahren musste ich die Kinder meiner Tante betreuen.

Ich musste unter Druck für die Schule lernen, Hausarbeit erledigen, die Mädchen betreuen und ums Haus kehren, Unkraut zupfen.

Dann kam irgendjemand auf den glorreichen Gedanken das ich Gitarre spielen müsste.

Ich erlernte das Gitarren Spiel, lernte Noten zu lesen und spielte danach in einem Mandolinen Orchester, ein paar Ortschaften weiter.

Ich war schon zu diesem Zeitpunkt total überlastet, keiner bemerkte es oder interessierte sich dafür.

Man hätte es bemerken müssen, in der Schule wurde ich immer schlechter, ich trödelte nach dem Unterricht rum und lernte unsere Kohlenhalden kennen.

Dieses Verhalten war natürlich Grund genug mich ab zustrafen. Mittlerweile hatte meine Tante und ihr Mann Alfred auch das Züchtigungrecht „erworben“.

 Und die taten sich dabei sehr hervor.Ich erinnere mich an Tage, wo ich mir vor lauter Angst  in die Hose pinkelte.

Eins muss ich noch ansprechen: Tante Lisbeth hatte 2 oder 3 Katzen, ich mochte die gerne. Aber jedes mal wenn die Jungen bekamen, musste ich die Kleinen in einem Toiletten Eimer ertränken.

Das war damals ein Metall Eimer mit Deckel und mit Wasser gefüllt, die Katzen quietschten und kratzten im Eimer, vielleicht 5 Minuten, für mich eine Ewigkeit. Ich mussten dann den Eimer auf unserem Plumpsklo im Hof, entleeren.

Ich denke so etwas prägt die Kindheit.

Hier fehlt noch einiges, ich werde mir irgendwann die Zeit nehmen und es aufschreiben.

Jetzt habe wir 2020, ich bin seit 1973 verheiratet, habe 2 Kinder und 4 Enkel.

Das ich es bis hierher geschafft habe verdanke ich nur einer Person:

Tanja die Heldin
mein Schnuckel

Tanja Ekart geboren in Maribor / Slowenien, meiner Frau; wie gesagt seit 1973.

Mittlerweile ist sie auch  66 Jahre und noch fit wie ein Turnschuh.

Ich habe viele Jahre meines Lebens ausgelassen, aber ich werde das nachholen. Dieser kurze Block hat mich schon etwas geschafft !